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„Azubi Power Day“ der Elektro-Innung im Heinrich-Hertz-Berufskolleg

Innungsobermeister Kai Hofmann, Business Psychologin Wilma Werner, Oberbürgermeister Thomas Geisel, Ingrid Brockmann-Wächter, die stellv. HHBK-Leiterin, Studienrat Torsten Frewer und Studiendirektor Atila Saltik (v.l.n.r.)

„Wichtig sind gute Arbeitsleistungen, aber auch einwandfreie Umgangsformen“

„Auszubildende sind die Botschafter ihres Betriebs. Um in dieser Rolle erfolgreich zu sein, sind gute Arbeitsleistungen natürlich Voraussetzung, aber wichtig
sind auch einwandfreie Umgangsformen und eine souveräne Kundenkommunikationen“, weiß Kai Hofmann, Obermeister der Elektro-Innung Düsseldorf. Um diese Situation
zu verbessern, starteten die Elektro-Innung und das Heinrich-Hertz-Berufskolleg (HHBK) ein bundesweit einzigartiges Pilotprojekt: den „Azubi Power Day“.

Insgesamt 220 Auszubildenden aus dem Bereich Elektrotechnik vermittelte die Business Psychologin Wilma Werner anhand von Rollenspielen, Quizfragen, praktischen
Übungen und Transferaufgaben wichtige Grundregeln zu Höflichkeit, Auftreten, Sorgfalt im Umgang mit Arbeitsutensilien und Handynutzung. Nachfolgend einige Beispiele:

  • Stets sauber und ordentlich gekleidet zur Arbeit erscheinen.
  • Der Jüngere grüßt zuerst, doch der Ältere begrüßt zuerst.
  • Der Ältere entscheidet auch darüber, ob ihr euch duzt. Anderenfalls bleibt beim "Sie".
  • Dein Handschlag ist Zeichen von Respekt. Sieh deinem Gegenüber dabei auf jeden Fall in die Augen.
  • Solltest du gerade sitzen, wenn dir jemand die Hand reicht: deute das Aufstehen an.
  • Deine Kollegen und der Kunde zählen auf dein Wort. Wenn du zu spät kommst, ruf kurz an und gib Bescheid.
  • Du repräsentierst dich, deinen Beruf, deinen Arbeitgeber und noch viel mehr. Verhalte dich also auch allgemein so, dass man gern wieder mit dir arbeitet.
  • Gutes Arbeitsmaterial soll lang auch gut bleiben. Behandele es deshalb so, als wäre es dein eigenes – und selbst bezahltes.
  • Du bist Teil des Teams! Biete dich also gern an und frag nach: "Wo kann ich helfen?"
  • Aufmerksamkeit ist die höchste Form von Respekt. Lass das Handy deshalb – von beruflichen Telefonaten abgesehen – während der Arbeitszeit in der Tasche.

Das Training erfolgte in zwei Gruppen im Rahmen des regulären Berufsschulblocks und wurde von der Elektro-Innung, dem Förderverein des Heinrich-Hertz-Berufskollegs
und der Elektrogemeinschaft Düsseldorf finanziert. Für Oberstudiendirektor Michael Suermann, den Leiter des HHBK, ist diese Gemeinschaftsinitiative eine wichtige Maßnahme, um die jungen Leute fit für den Beruf zu machen: „Denn dazu gehört nun einmal auch das Auftreten in der Öffentlichkeit.“

Prominentester Gast des „Azubi Power Day“ war Oberbürgermeister Thomas Geisel. Das Stadtoberhaupt gratulierte den Initiatoren zu ihrer Idee und betonte die Bedeutung
der sogenannten Soft Skills für den beruflichen Erfolg. Um Kunden zu gewinnen und diese an das Unternehmen zu binden, sei Fachwissen unerlässlich. „Aber darüber hinaus ist es genauso wichtig, vernünftige Umgangsformen zu pflegen“, sagte Geisel.

Und wie kam das Seminar bei den Azubis an? Florian Meyer (20), angehender Elektrotechniker für Energie- und Gebäudetechnik im zweiten Lehrjahr hat bereits Erfahrungen
bei ähnlichen Fortbildungsveranstaltungen gesammelt. Sein Fazit: „Generell ist ein solcher „Azubi Power Day“ besonders für die Jüngeren im ersten Lehrjahr wichtig, sollte aber auch im zweiten Jahr noch einmal angeboten werden.“ Für den 18-jährigen Linus Blum, ebenfalls angehender Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, hat das Seminar viel Positives gebracht: „Ich hatte bisher wenig Kundenkontakt, und weiß jetzt, wie ich mich richtig verhalten muss.“ Dana Kraft (20) absolviert im ersten Jahr eine Ausbildung zur Bürokauffrau und weiß, wie wichtig der richtige Umgang mit Kunden ist. Ihrer Meinung nach sollten aber nicht nur die Azubis, sondern alle Mitarbeiter hin und wieder geschult werden: „Ich finde, solche Seminare sind für das gesamte Handwerk wichtig.“

Fotos: HPS